Was ist der Status Quo-Bias?

 

Woran scheitern deiner Meinung nach die meisten Diäten?

Daran, dass Gemüse nicht schmeckt? Dass Sport keinen Spaß macht?

Das alles kann wirklich ein Problem sein. Es hat aber keinen so großen Einfluss wie der Status Quo-Bias. (Aus dem englischen „Bias“: Neigung, Verzerrung)

Du musst dir die Studie hinter dem Link nicht komplett durchlesen, ich fasse sie dir zusammen:

Der Status Quo-Bias beschreibt, dass dein Gehirn immer die Tendenz hat Entscheidungen zu treffen, die alles beim Alten lassen.

Aus dem Text der Studie:

Most real decisions […] have a status quo alternative – that is, doing nothing or maintaining ones current or previous decision. A series of decision-making experiments show that individuals disproportionately stick with the status quo.

Wir neigen immer zu der Existenz, die uns vertraut ist, und unsere Entscheidungen spiegeln dies wieder!

Du hast, wie ich damals, ein ewiges Problem mit Übergewicht?

Diese Status Quo-Tendenz ist der Endgegner, der zwischen dir und einem dauerhaften Fettverlust steht.

Nicht das Gemüse, nicht deine Faulheit.

Als ich jahrelang kaum Sport gemacht habe und immer schlecht darin war, dachte ich nicht an mich, wenn ich „Sportler“ hörte. Sportlich sind andere Menschen, nicht ich.

Genauso bei der Ernährung: Als es mein Status Quo war ungesund zu essen, dachte ich nicht von mir selbst, ein gesunder Mensch zu sein, der auf seine Ernährung achtet. Ich war dick und unsportlich. Meine Entscheidungen spiegelten das wieder.

Was macht ein fauler Geek, wenn der die Wahl hat zwischen dem Fitnessstudio oder dem zweiten Durchgang von Game of Thrones? Ab nach Westeros!

Bewegen wir uns weg von unserem Status Quo, etwa wenn wir uns Sportschuhe anziehen und das Fitnessstudio betreten, bekommt das Gehirn Panik.
Diese Entscheidung hättest du nie treffen sollen! Was machst du hier? Du verstellst dich, das bist nicht du! Die Leute hier wissen das und machen sich über dich lustig! 

Genauso hat es jemand leichter, der sein Leben lang gewohnt war, sich viel zu bewegen und gesund zu essen. Selbst wenn es mal Zeiten gibt, in denen die Bewegung zu kurz kommt, fällt es mir jetzt leichter, wieder ins Fitnessstudio zu gehen, gesund zu essen und zwischendurch mal ein kleines Sieben-Minuten-Training zu machen. Weil ich dies zu meinem Status Quo gemacht habe!

Denkt man von sich selbst, man sei ein „gesunder Sportler“, so werden daraus auch gesunde, sportliche Handlungen folgen.

Der Status Quo ist dann „regelmäßig Sport machen“ und künftige Entscheidungen werden sich ganz automatisch daran orientieren.

Die Status Quo-Tendenz steht dir jetzt vielleicht noch im Weg – sie kann auch zu deinem Verbündeten werden!

 

Ändere deinen Status Quo

Es ist also schwierig Gewohnheiten aufzubauen, die gegen deinen Status Quo, gegen die eigene Identität gehen.

Du kannst es immer schaffen, ein paar Mal gesund zu essen und dich zu bewegen. Musst du dabei aber jedes Mal gegen deinen Status Quo handeln, läufst du einen Hürdenlauf und keinen Sprint.

Was wir stattdessen versuchen können ist, Gewohnheiten basierend auf einer Identität aufzubauen.

Statt äußeren Faktoren (10 Kilo abnehmen) sollte eine veränderte Identität das Ziel sein.

Ist deine Identität, dein inneres Bild von dir selbst, verändert, dann verändern sich deine Handlungen ebenfalls. Und damit auch dein Aussehen und Wohlbefinden.

Du hast das Stimmrecht

 

ratloses-rentier

Das Ratlose Rentier fragt:

Ich bin doch, wer ich bin! Wie soll ich denn meine Identität verändern?

 

Deine Identität drückt sich dadurch aus, was du machst und was du denkst.

Und mit jedem Gedanken und jeder Handlung gibst du eine Stimme ab. Entweder für den Status Quo oder für die neue Identität.

Doch zunächst solltest du deine neue Identität definieren, je nach deinen Zielen.

  • Aus „Ich will muskulöser werden!“ wird „Ich bin jemand, der kein Training ausfallen lässt.“
  • Aus „Ich will abnehmen.“ wird „Ich bin jemand, der kein Junk-Food isst.“

Jedes Mal, wenn du gemäß deiner neuen Identität handelst, sagst du deinem Gehirn:
Das ist jetzt meine Identität!

Aber auch umgekehrt: Jedes Mal, wenn du gemäß deiner alten Identität handelst, verfestigt sich der Status Quo.

Du musst dabei nicht perfekt sein. Aber du sollst die Wahl gewinnen. Die Mehrheit der Stimmen, die du mit deinen Entscheidungen über den Tag hinweg abgibst, sollten für deine Wunsch-Identität sein.

Was ich daran mag ist, dass die Alles oder Nichts-Einstellung wegfällt, die bei Vorsätzen so häufig anzutreffen ist.

Auch ich bin der Einstellung unterlegen: Ich habe oft entweder gar keine Süßigkeiten gegessen, was oft auch geklappt hat. Gab es aber eine kleine Süßigkeit, so war mein Vorhaben „Keine Süßigkeiten essen“ gescheitert – es folgten mehr.

Nicht so bei einer neuen Identität:

Ein Fehler ist nur eine Stimme für dein altes Ich. Mit einer Stimme gewinnt man keine Wahl. (Außer vielleicht in Sealand…)

Meine neue Identität „Ich bin jemand, der keine Süßigkeiten isst.“ hängt also nicht an einem einzelnen Gummibärchen – sondern daran, dass ich am Ende des Tages mit mehr Entscheidungen für diese Identität gestimmt habe als für meine alte.

 

Meine Fragen an dich:

 

  • Was ist im Moment dein Status Quo, zu dem dich dein Gehirn immer schicken will?

 

  • Was ist deine Wunsch-Identität?

 

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