Warum es so viel Verwirrung über Ernährung gibt (und was du dagegen tun kannst)

Liest du gerne Blogs zu Gesundheit, Ernährung und Fitness?

Gut so: Sich mit diesen Themen zu beschäftigen ist der erste Schritt um anzufangen!

Zu viele Informationen können aber auch zum Nachteil werden.

Man bekommt den Eindruck, dass es keine gesicherten Erkenntnisse gibt.

Salz, Fleisch, Kaffee, Eier, Kohlenhydrate. Über alles lassen sich positive und negative Studien finden.

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Das Ratlose Rentier ist ratlos:

Gestern habe ich gelesen Fleisch sei ungesund, heute lese ich Fleisch sei gesund. Was stimmt denn jetzt?

 

Wie gehen wir an eine solche Unsicherheit heran? Normalerweise läuft es so: Je nachdem welche Meinung ich davor hatte finde ich den einen Artikel gut  und teile ihn, beim anderen suche ich nach Fehlern.

Das ist beim Menschen einfach so, auch bei mir. Wenn man sich anstrengt und versucht objektiv zu bleiben, kann man beide Artikel kritisch beurteilen. Nur welcher Artikel ist wahr? Keine Ahnung. Vielleicht keiner. Vielleicht beide.

Persönliche Erfahrungen von Menschen gibt es auf allen Seiten. Eine vegetarische Lebensweise hat schon vielen Menschen gut getan. Eine Paleo-Lebensweise mit viel Fleisch ebenfalls.

Wissenschaft ist komplex. Der Mensch ist komplex. Nimmt man diese beiden Dinge zusammen, kommt etwas sehr Kompliziertes heraus, das von einem Journalisten aufgegriffen und in einen Artikel gepackt wird. Dieser soll Leser ansprechen, eine klare Aussage und knallige Überschrift haben.

Das Problem dabei ist nur: Das meiste davon ist wertlos.

 

Ein festes Konzept muss nicht sein, außer wenn es sein muss

Wir werden vorsichtig, wenn wir beunruhigende Informationen zu unseren Lebensmitteln erhalten.

Ignorieren können wir das Thema nicht. Jeder muss essen. Und trotzdem haben wir die Kontrolle darüber, was genau wir zu uns nehmen. Wir wollen alles richtig machen. Aber die Unsicherheit macht es schwer für uns.

Und sie macht es für andere leicht: Nämlich für die, die uns ihr Gesundheitskonzept verkaufen wollen.

Deine Ernährung ist giftig. Dabei kann es so einfach sein: Richte dich nach meinem Buch und du wirst gesund.

Wir sind gerne dabei, schon allein weil es uns entlastet, endlich eine gerade Linie zu besitzen.

Deswegen sind feste Ernährungskonzepte auch so beliebt.

Ich denke nicht, dass eine Paleo-Ernährung besser ist als eine gesundheitsbewusste, ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, die sich aber nach keinem bestimmten Konzept richtet.

Trotzdem empfehle ich sie lieber. Warum?

Weil es für mich mit „ausgewogen“ nicht geklappt hat.

  • Ist Pizza Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung? Natürlich, wenn es nicht zu oft vorkommt.
  • Süßigkeiten? Klar, in Maßen.
  • Soll ich heute bei McDonald’s essen? Es ist zwar nicht gesund, aber ab und zu nicht schlimm.

Das stimmt alles.

Bei mir hat es aber dazu geführt, dass viele ungesunde Gewohnheiten „in Maßen“ insgesamt doch einen Großteil meiner Ernährung ausgemacht haben. Vielleicht fällt es dir leichter in einer ausgewogenen Ernährung auch tatsächlich zu 90% gesund zu essen. Dann wirst du damit Erfolg haben.

Mir fällt es leichter mich nach einem Prinzip zu richten.

  • Ist Pizza Bestandteil einer Paleo-Ernährung? Nein.
  • Süßigkeiten? Nein.
  • Soll ich heute bei McDonald’s essen? Nein.

Man kann dann immer noch davon abweichen wenn es sich lohnt – die Regeln sind aber deutlich klarer.

Die Lösung: Finde es selbst heraus!

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Gesundheitsforschung ist sehr schwer. Unser Körper ist kompliziert und keine zwei sind identisch. Und bei keiner der Studien warst du als Testobjekt dabei. Wie schön wäre eine Studie, bei der nur du als Testobjekt auftauchst! Dann wüsstest du endlich, was richtig ist und was nicht. Diese Studie kannst du anfertigen!

Finde selbst heraus, was dir gut tut und was nicht!

Auf diesen zwei Sätzen kannst du schon einen Großteil deiner Ernährung aufbauen:

  • Fühlst du dich schlecht nachdem du etwas gegessen hast (kurz- und langfristig), dann solltest du es nicht mehr essen.
  • Fühlst du dich gut nachdem du etwas gegessen hast (kurz- und langfristig), dann solltest du es wieder essen.

Es macht Sinn mit den Dingen anzufangen, die sich für andere Menschen als intelligent erwiesen haben.

  • Viele Menschen fühlen sich gut, wenn sie Gemüse, Fisch und gesunde Fette essen.
  • Viele Menschen fühlen sich schlecht, wenn sie stark verarbeitete Lebensmittel, viel Industriezucker und -fette essen.

Vermutlich wirst du hier keine Ausnahme sein.

Aber nur weil die Allgemeinheit einen Weg als gesund oder ungesund empfindet, muss es bei dir nicht so sein!

Wie sieht so eine Selbststudie dann aus?

Studie Ergebnis Resultat
Süßigkeiten weglassen Gewichtsverlust Weiter so!
Mehr Eiweiß essen Fortschritte beim Sport Weiter so!
Currywurst mit Pommes Sodbrennen Lass das lieber!
Frühstück weglassen Heißhungerattacke Lass das lieber!
Frühstück weglassen Klarer Kopf und Energie Weiter so!

Das ist ja einfach!

Etwas Geduld sollte man trotzdem haben, denn bis man so ein Ergebnis hat, kann es schon mal mehrere Wochen dauern, je nachdem wie genau man sich an seine Studie hält.

Ich sehe es aber so: Ein Jahr hat 52 Wochen und mein Leben geht hoffentlich noch viele Jahre. Ich muss davon also nur ein paar Wochen bereitstellen um mal etwas auszuprobieren, dann kenne ich mein ganzes Leben meinen Körper besser.

Klingt nach einem guten Deal!

 

Meine Fragen an dich:

 

  • Bei welchen Lebensmitteln kannst du sicher sein, dass sie dir gut tun?

 

  • Welche Lebensmittel hast du komplett gestrichen weil sie dir nicht gut tun?

 

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8 Gedanken zu „Warum es so viel Verwirrung über Ernährung gibt (und was du dagegen tun kannst)

  1. Sehr schöner Artikel, spricht mir glatt aus der Seele. Alles Sachen, die mal gesagt werden müssen. Auch in Paleo gibt’s ja unzählige Richtungen und Meinungen, wie soll sich da der Laie noch zurechtfinden? Du hast hier mal eine allgemeingültige Richtlinie gegeben. Sollte ins erste Kapitel vieler Ernährungsbücher gepackt werden, damit die Leute nicht von vornherein alles glauben, was das Buch sagt, sondern an sich selbst beobachten.
    Check auch mal meinen Blog :) http://www.kitchenonfireblog.wordpress.com

    Gruß Martin

  2. Schöner Artikel!
    Ich bin mal über den Dr. Feil Gewürzquark gestolpert (Rezept in diesem Artikel, bisschen runterscrollen:
    Entzündung […für schlaue]).
    Eine modifizierte Version davon esse ich fast jeden morgen. Ich brauche dann bis zum Mittagessen nichts mehr, auch nicht, wenn es sich bis 13 Uhr rauszögern sollte (Früher habe ich um 11 schon wieder Hunger gekriegt). Und ich fühle mich irgendwie gut nach dem Quark.
    Also esse ich ihn weiterhin.
    Und seitdem ich darauf achte, WAS ich esse, muss ich nicht mehr beachten, WIEVIEL ich esse, und trotzdem halte ich seit bald einem Jahr mein Gewicht konstant (bin normalgewichtig, habe das aber durch Mengenbegrenzung erreicht).
    Also bleibe ich bei einer Paleo-artigen Ernährung.

    Ich will auch noch irgendwann mal Selbstexperimente mit Whole30 machen, aber dieses Jahr wird das nichts mehr.

    1. Danke für deinen Kommentar!
      Mir geht es auch so, dass ich mit der Art der Lebensmittel mein Gewicht besser kontrollieren kann als mit der Menge. Das Rezept sieht gut aus, ich habe auch schon alles mögliche in den Quark gemischt (alleine schmeckt er ja etwas langweilig…), wobei ich die Kombination noch nicht hatte, muss ich noch probieren!

  3. Hallo Janek,

    sehr guter Artikel.

    Eine „gesunde“ Ernährung ist meiner Meinung nach immer individuell auf den Menschen abgestimmt.

    Bei mir klappt das am besten mit „Selbstexperimenten“.

    Lebensmittel weglassen, abwarten ob sich etwas verändert. Lebensmittel wieder essen und wieder warten ob sich etwas verändert.

    Je nachdem ob es sich um eine positive oder negative Veränderung handelt, ist das Lebensmittel dann eben geeignet oder ungeeignet.

    Konkretes Beispiel bei mir: Milchprodukte bewirken bei mir Pickel. Ich habe mich gegen die Pickel und dementsprechend dann auch gegen die Milchprodukte entschieden.

    Viele Grüße,

    Pawel

    1. Hallo Pawel, schöner Kommentar! Ich finde es gut wenn man danach sagen kann „bei mir“, so wie du es tust. Denn dagegen kann niemand etwas einwenden.

  4. Hallo Janek,

    schöner Artikel.
    Generell bin ich auch der Meinung, dass jeder Mensch individuell ist und es nicht die Muster-Ernährung gibt, an die sich alle halten sollen. Ich stimme Dir aber in jedem Fall zu, dass man grade am Anfang mit festen Grundsätzen arbeiten sollte, damit man die ersten Schritte schafft. Wichtig ist es ja, dass man auf lange Sicht seine Gewohnheiten ändert. Das ist aber schwer mit „Ach mal eine Pizza ist ok“ ;-)

    Wenn man die wichtigsten Regeln einer Ernährung (egal ob Paleo oder LCHF oder was was auch immer) verinnerlicht hat und auch umsetzt, dann spricht meines Erachtens auch nix dagegen das Ganze etwas aufzuweichen. Aber auch hier gilt „In Maßen, nicht in Massen“.

    Schlimm finde ich es auch, dass viele Ihre „Wunderernährung“ verkaufen wollen und irgendwie hängt sich alles auf den gleichen Prinzipien auf…naja, so ist die Menschheit denke ich, ein vorhandenes Konzept abwandeln und als sein eigenes verkaufen. Meines Erachtens muss eine Ernährungsweise so ausgelegt sein, dass sie einfach in den Kopf geht und auch ohne Buch durchgeführt werden kann.

    Beste Grüße
    Jens

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