Warum wir nur noch Leitungswasser trinken sollten

 

In der Hitze hast du hoffentlich genug getrunken. Wasser trinken ist gesund. Das sollte keine Überraschung sein! :)

Kam dein Wasser aus der Leitung oder aus einer gekauften Flasche? Rein statistisch war es die Flasche: 65% aller Deutschen trinken täglich gekauftes Flaschenwasser.

Wir Deutschen lieben Mineralwasser – ob still, medium oder classic – es bleibt unser liebstes Erfrischungsgetränk. 

brofessorProfessor Protein sagt:

Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von über 140 Litern im Jahr sind wir Deutschen unter den Spitzenreitern der Konsumenten von abgefülltem Wasser. Seit den 80er Jahren hat sich unser Verbrauch von Flaschenwasser verdoppelt.

Ich frage mich: Warum?

Warum sind wir bereit, Wasser zu kaufen, in Kästen nach Hause zu tragen und die Flaschen letztendlich wieder zu entsorgen, wenn wir ein besseres Produkt nach Hause geliefert bekommen – für weniger als einen Cent pro Liter?

Wie passt es zu uns eigentlich umweltbewussten Menschen, dass wir zulassen, wie aus fossilen Rohstoffen Flaschen geformt werden, hunderte (oder sogar tausende) Kilometer um die Welt gefahren werden, nur um einmal benutzt zu werden?

Danach steht im besten Fall ein energieaufwendiges Recycling an, im schlimmsten Fall landen sie auf dem Müll und bleiben der Welt noch hunderte von Jahren erhalten.

 

 

Die erfolgreichste Marketingkampagne aller Zeiten

 

In ganz Deutschland steht uns Leitungswasser in ausgezeichneter Qualität zur Verfügung. Es ist das am stärksten kontrollierte Lebensmittel des Landes und wird regelmäßig auf Schadstoffe und Mineralgehalt getestet – mit strengeren Richtlinien als die, die für Flaschenwasser gelten.

Trotzdem sind wir davon überzeugt, dass Leitungswasser gesundheitlich problematisch oder einfach nicht so lecker sei – mit der Folge, dass wir Deutschen jedes Jahr über 3 Milliarden Euro für abgefülltes Wasser ausgeben.

Unser Wasserkonsum erklärt gut, wie Marketing funktioniert.

 

 

Wir kaufen eben kein Wasser, sondern die Freiheit, auszusuchen, woher unser Wasser kommt. Und wofür wir uns entscheiden hängt vor allem von Werbung und Markensymbolik ab.

In einer Flasche Vittel oder Evian sieht das Wasser eben viel schöner aus. Die aufgedruckten Berge oder Naturidyllen erwecken den Eindruck, das Wasser würde aus einer unberührten Bergquelle kommen.

Die Marketing-Experten der Wassermarken haben versucht, dass wir mit unserem Wasser Unabhängigkeit, Gesundheit, Jugend und Lifestyle verbinden. Und es hat funktioniert!

 

Dabei haben es die Hersteller sogar relativ leicht, Wasser als gesund zu vermarkten: Es wird nicht als Alternative zu Leitungswasser verkauft, sondern als Alternative zu Softdrinks. Natürlich schneidet es da – zu Recht – besser ab.

Hast du nur die Wahl zwischen einer Cola, Flaschenwasser oder nichts zu trinken ist das Flaschenwasser die beste Alternative.

Sobald wir es aber mit Leitungswasser vergleichen, sieht es für das Flaschenwasser nicht mehr so rosig aus…

 

Mineralwasser oder Leitungswasser – was ist gesünder?

 

amsel_02

Die Altkluge Amsel sagt:

Mein Mineralwasser kommt aber aus einer Quelle und nicht aus einem Rohr! Wer weiß schon, was in Leitungswasser an Keimen, Chemikalien und Hormonen herumschwimmt??

 

Die Antwort ist: Wir wissen es, und zwar ziemlich genau. Das passiert eben, wenn man in einem Land so strenge Vorgaben an das Wasser hat, dass die einzige Kritik an ihnen ist, sie seien zu streng. Und selbst die sehr strengen – und mit Sicherheit unschädlichen – Höchstgrenzen an Schadstoffen und Keimen, die von Leitungswasser erwartet werden, werden zu über 99% eingehalten.

Für Flaschenwasser gilt das nicht!

  • Flaschenwasser muss nicht auf Pestizide oder Stoffe wie Uran getestet werden – Leitungswasser unbedingt!
  • Im Schnitt enthält ein Flaschenwasser mehr Schadstoffe als Leitungswasser
  • Es wurden noch nie Hormone aus Medikamenten wie der Pille im Leitungswasser nachgewiesen.
  • Die Einhaltung der Höchstmengen wird bis zum Wasserhahn geprüft und gewährleistet

ratloses-rentierDas Ratlose Rentier sagt:

Aber Mineralstoffe sind doch auch wichtig – und die befinden sich eben nur in Mineralwasser!

 

 

Auch Leitungswasser enthält Mineralstoffe! Und zwar mehr als zwei Drittel aller Mineralwasser-Sorten! Wenn du dich nicht ganz genau über den Mineralstoffgehalt deines Flaschenwassers informierst, ist es wahrscheinlicher, eines zu erwischen, dass weniger Mineralstoffe enthält, als dein Leitungswasser.

Nicht vergessen: Viele Flaschenwasser-Sorten sind auch nur Leitungswasser – von dort, wo die Abfüllanlage steht.

Selbst wenn eine spezielle Marke mit einem sehr hohen Mineralstoffgehalt wirbt: Wir können unseren Mineralstoffbedarf sowieso nicht über das Wasser decken – die Angabe ist also eher Marketing als wirklich relevant für unsere Gesundheit.

Die Mineralstoffmenge von selbst „hochdosierten“ Mineralwassern macht im Vergleich zu einer gesunden Ernährung aus tollen Mineralstofflieferanten wie Eiern, Gemüse und Nüssen nicht viel aus.

 

Ich will aber kein Leitungswasser trinken, das sprudelt nicht!

 

 

Wenn es für dich eben unbedingt sprudelndes Wasser sein muss, dann trinke sprudelndes Wasser.

Worüber ich mich nur freuen würde ist, dass man sich in dieser Situation überlegt:

Ist es für einen so wichtig, Kohlensäure im Wasser zu haben, dass man dafür das Kisten kaufen und schleppen, die mehreren hundert Euro im Jahr Mehrkosten und die gesteigerte Umweltbelastung in Kauf nehmen will?

Wasser ohne Kohlensäure ist auch nur Gewöhnungssache. Ich habe früher auch nur Sprudel getrunken, trinke heute aber lieber stilles Leitungswasser. Sobald man es ein paar Tage trinkt, ist es schon gar nicht mehr so schlimm.

Falls du das Gefühl hast, dass selbst stilles Flaschenwasser besser schmeckt als dein Leitungswasser, so kann man hier auch den Marketingexperten danken. Denn wie uns das Wasser schmeckt, hängt deutlich mehr mit dem Aufdruck auf der Verpackung zusammen als mit dem Wasser selbst.

Als kurze Entspannungspause kannst du dir hier einen Sketch anschauen, in dem Restaurantbesucher Leitungswasser in verschiedensten Flaschen von einem Wassersommelier (das gibt es leider wirklich) zum Testen bekommen haben.

 

 

Jetzt, wo wir gerade bei dem Thema Restaurants sind…

 

Leitungswasser im Restaurant: Warum nicht?

 

Ich denke, in jedem Land gibt es kleine kulturelle Seltsamheiten, die von außen betrachtet, nicht so viel Sinn ergeben.

In Deutschland gehört dazu die Tatsache, dass wir es geschafft haben, Wasser in unglaublich guter Qualität günstig in alle Haushalte zu bekommen – und es dann verpönt ist, es in einem Restaurant zu trinken.

Warum bin ich gezwungen, Flaschenwasser zu kaufen, wenn ich essen gehe? 

Ich habe bisher kein Land erlebt, in dem Wasser in Restaurants so teuer war wie hier. In Frankreich, Skandinavien oder den USA gibt es Leitungswasser meist komplett umsonst oder gegen eine kleine Gebühr.

Damsel_02ie Altkluge Amsel sagt:

Dafür ist dort das Essen oder Trinkgeld teurer!

 

 

Natürlich muss das Geld für Miete und Service irgendwo herkommen. Es geht mir auch nicht um den Gesamtbetrag auf der Rechnung.

Ich will nur nicht gezwungen sein, mir für 2,90€ ein Glas Mineralwasser aus Italien zu bestellen, mit dem ich mich als armer Student an einem heißen Tag auch noch mit dem Trinken zurückhalten muss und durstig den Tisch verlasse – wenn ein besseres Produkt für 0,3 Cent pro Liter aus eurer Leitung fließt.

Dann zahle ich lieber die 2,90€ an Trinkgeld oder zusätzlich für das Essen und bekomme mein Wasser kostenlos nachgefüllt – die Kosten für das Restaurant würden insgesamt sinken, da sie sich sogar einen Großteil des Aufwands, der mit Flaschenwassers verbunden ist, einsparen könnten.

Wir Gäste hätten auch ein besseres Erlebnis, da wir uns nicht mit dem Trinken zurückhalten müssten und es müssen auch nicht so viele LKWs Wasser in Europa herumfahren.

Aus irgendeinem Grund haben die Hersteller von Flaschenwasser es geschafft, ihr Produkt als schick zu vermarkten und Leitungswasser als unfein darzustellen.

Die Wasserindustrie ist zu großen Teilen reines Marketing, das für uns teuer ist – nicht nur für unseren Geldbeutel, sondern auch unsere Umwelt.

Meine Bitte an dich ist also: Besorge dir für ein paar Euro eine ordentliche BPA-freie Trinkflasche, nimm sie überall mit und fülle dein Wasser selbst ab.

Du wirst am Ende des Jahres nicht nur einige hundert Euro übrig haben, sondern auch noch die Umwelt entlasten!

 

Meine Fragen an dich:

 

  • Trinkst du vor allem Leitungswasser? Du bist klasse!

 

  • Welche Gründe gibt es für dich, Flaschenwasser vorzuziehen?

 

Unterschrift

P1150264 Zum Weiterlesen: Es schmeckt dir nicht? Probiere es nochmal!

 

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19 Gedanken zu „Warum wir nur noch Leitungswasser trinken sollten

  1. Ich trinke praktisch nichts anderes. Manchmal in Form von Tee, meistens aus meiner Edelstahlflasche :)
    Ich habe mir, schon lange bevor ich mir um gesunde Ernährung Gedanken gemach habe, gedacht, dass es Schwachsinn ist, Geld für Getränke auszugeben, wenn Leitungswasser auch trinkbar ist. (Ausnahme: Bier… aber das trinke ich inzwischen auch seeehr selten.)
    Ich mochte auch noch nie sprudelndes Wasser.

    1. Super!
      Bier ist natürlich eine Ausnahme, das trinkt man ja auch nicht ausschließlich für die Flüssigkeitszufuhr ;)

  2. Ich trinke seit längerem nur noch Leitungswasser. Ich hatte den gleichen Gedanken- warum Geld für Wasser ausgeben, wenn mindestens genauso Gutes aus der Leitung kommt? Außerdem spar ich mir so das Kistenschleppen ins Dachgeschoss und das Anstehen am Pfandautomaten :P
    Und wer kein stilles Wasser mag, für den gibt’s doch noch die Möglichkeit sich sein Leitungswasser selbst zuhause zu sprudeln. Ich mach das zum Beispiel seit längerem und würde seit dem nicht mehr auf Wasser aus dem Supermarkt zurück gehen.

    1. Danke für den Kommentar! Wenn man im Dachgeschoss wohnt fällt die Umstellung auf Leitungswasser schon gleich viel leichter :)
      Den Wassersprudler habe ich ganz vergessen, das ist natürlich auch eine gute Option, wenn man lieber Sprudel trinkt.

  3. Super Artikel über ein klasse Thema!
    Erst vorgestern habe ich mit einer Freundin darüber geredet, wie wichtig Wasser doch für den Menschen ist und wie unverschämt teilweise die Wasserpreise am Kiosk oder sonstwo sind. Wasser ist Grundlage des menschlichen Lebens und in anderen Ländern klappt es mit Wasserspendern ja auch. Aber natürlich sind die wirtschaftlichen Interessen wichtiger… :(

    Gruß,
    Ben

    1. Da hast du Recht, öffentliche Wasserspender wie in den USA habe ich hier schon oft vermisst. Zumindest Toiletten mit Wasserhähnen gibt es überall, und meine Wasserflasche zum Nachfüllen habe ich auch immer dabei :)

  4. Ich trinke auch seit Jahren nur Leitungswasser, außer in Südeuropäischen Ländern.
    Für den Geschmack kann man gut Zitronenscheiben und Minzblätter in’s Wasser dazu geben, gerade im Sommer sehr erfrischend!

    1. Schön, spätestens aufgepeppt mit Minze oder Zitrone soll keiner mehr behaupten, Leitungswasser würde nicht schmecken ;) In manchen Teilen der Welt ziehe ich auch Flaschenwasser vor, da stimme ich dir zu.

  5. Hi Janek,
    zum Espresso bekommt man fast immer ein Gläschen Leitungswasser. In manchen Restaurants,Cafés muss man es halt dazusagen. Aber ich hab noch nie erlebt, dass ich keines bekommen hätte. In Süddeutschland gab es zeitenweise in manchen Regionen dermaßen kalkiges Wasser, dass es einfach unappetitlich war.Das Filtern war lästig und teuer. Seit die meisten Regionen Bodenseewasser haben, wird auch wieder mehr Leitungswasser getrunken. Ein paar Quarzsteine in eine Karaffe legen und schon wird die das Zeug weggesoffen, so schnell kannst du gar nicht gucken.
    Prost LG Eva

    1. Hier in Karlsruhe kenne ich das kalkige Wasser nur zu gut! Ich finde es aber völlig in Ordnung – vielleicht bin ich da nicht so sensibel wie andere oder habe mich einfach daran gewöhnt.

  6. Hi Janek,
    danke für den Beitrag! Ich befasse mich schon seit längerem mit gesunder und einfacher Ernährung, aber aus irgendeinem Grund bin ich noch gar nicht darauf gekommen über meinen Wasserkonsum nachzudenken. Dein Beitrag hat mich echt „geistig überfahren“. Die nächsten paar Stunden werde ich definitiv weitere Infos zum Thema sammeln und danach intensiv über einen Umstieg auf Leitungswasser nachdenken.
    Gruß Micha

    1. Schön, dass ich dich zum Nachdenken bringen konnte! Ich hoffe dir gelingt der Umstieg – kannst dir ja schon überlegen was du mit dem gesparten Geld machst.

  7. Sehr guter Beitrag!
    Ich wohe alleine und habe vor ca. 4 Monaten auch angefangen kein Wasser mehr zu kaufen. Weniger schlepperei beim kaufen, günstiger, sofort verfügbar, mit Minze/Limette/ Zitrone für den Sommer fruchtig.
    Habe noch keine Trinkflasche, aber die wird noch zu gelegt. Fülle mir momentan immer die „alten“ Plastikflaschen auf.

    Auf der Arbeit tue ich dies immer in unserer Teeküche weil dort der Hahn am höchsten ist für die große Flasche. Ich werde regelmäßig von den Kollegen komisch angeguckt. Aber: ist mir egal! :)

    1. Danke :) Trinkflaschen sind nicht teuer, es gibt schon ordentliche für unter 10 Euro – und die Investition zahlt sich schon nach ein paar Wochen aus.

  8. Ein toller Beitrag! Ich kenne es gar nicht anders. Das Wasser im Wasserglas kommt schon eh und je aus der Leitung. Schmeckt mit gut und ich bleibe dabei.

  9. Hallo Janek,

    guter Artikel der zum Nachdenken anregt. Bin überzeugter Wasserkistenschlepper aber jetzt werde ich mir mal die Inhaltsstoffe unseres Leitungswassers besorgen. Mal gespannt….. Vielleicht steige ich dann ja auch noch um, dann brauche ich allerdings ein neues Alternativtraining zum Kistenschleppen….

    Gruß
    Oliver

  10. Also ich trinke seit Jahren Flaschenwasser. Besonders beim Sport trinke ich sehr viel Wasser. Leider schmeckt mir Wasser aus der Leitung überhaupt nicht. Sirup etc. will ich auch nicht rein machen, da ich pures Wasser beim Sport oder im Fitness-Studio am meisten mag.

    Wisst ihr wie es mit Filteranlagen etc. aussieht? Kann man einen ähnlichen Geschmack wie bei Volvic etc. erreichen?

    Danke!

  11. Hallo!
    Ich habe mich gerade sehr über diesen Artikel gefreut. Vor ein paar Wochen habe ich den Entschluss gefasst, nur noch Leitungswasser zu trinken. Ich wollte nicht mehr schleppen und fand es sowieso immer schon absurd, dass wir „per Knopfdruck“ astreines Wasser haben und trotzdem welches kaufen. Wenn man das armen Menschen in Afrika erzählt, würden sie das total unlogisch finden: „Wieso kaufen die Wasser, wenn sie es zu Hause aus einem Rohe bekommen können?!“ Es ist doch echt dekadent, sich Wasser zu kaufen, habe ich gedacht.
    Dass ich nur noch Leitungswasser trinke, hat viele positive Effekte:
    Es ist top gesund und ich fühle mich gut damit
    Es kostet mich quasi nichts
    Es schont die Umwelt
    Ich durchbreche den Konsumkreislauf

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